Nun endlich sollte es losgehen und ich hatte mich mit Arun um 10h an der Metro-Station Rajouri Garden verabredet. Ich machte mich also zu dieser doch recht moderaten Anfangszeit auf in Richtung Metro, als mir schon der aufgeregte Sicherheitsmann hinterhergehetzt kommt. Telephone, Telephone for you Sir. Also umgedreht, Wunder was sollte denn passiert sein. Arun war am Telefon und bat mich noch auf einen weiteren Anruf seinerseits zu warten, da er sich um zehn Minuten verspätet hätte.
Gesagt, getan.
Dreißig Minuten später konnte ich dann schließlich in Richtung Metro flanieren, umsäumt von Hunderten Menschen, Auto- und Fahrradrikschas und – ja es ist wirklich wahr – Kühen. Dann kam die hochmoderne, von Mitsubishi gebaute, Metro zum Vorschein. Ich muss nicht erwähnen, dass sie brechend voll war. Mit ein wenig Anlauf schaffte ich es dann auch herein und Arun entschuldigte sich für die „bad manners“ seiner Landsleute. In der Bahn war es dann erstaunlich kühl, aber verdammt eng.
Nach zweimal umsteigen kamen wir dann auch schließlich in die Nähe meines vorläufigen Arbeitsplatzes: CHAWRI BAZAR.
Hier ist es laut, es stinkt und man wird tendenziell noch häufiger fast angefahren als sowieso. Das Büro ist eine circa zehnminütige Odyssee von der U-Bahn entfernt. Auffällig ist wie viele Leute hier in den in etwa zwei Meter breiten Büros arbeiten. Auf 15 m² sind hier mitunter 10 Leute zu finden, die aber auch gerne einfach nur auf dem Boden sitzen und keiner sinnvollen Tätigkeit nachzugehen scheinen. Das N.T.S.C.-Büro (Newsprint Trading & Sales Corporation) liegt im zweiten Stock und ist wesentlich geräumiger und ganz in Holz gehalten. Arun leitet zusammen mit seinem Schwager das Büro, das in etwa 8 +/- 2 Leute beschäftigt. Eine operative Funktion scheinen nur drei bis vier von ihnen zu haben. Der Rest hängt herum und wartet bis er etwas zu Essen oder Trinken holen kann. Womit wir beim nächsten Problem wären: Diese Bediensteten werden nach meiner Auffassung wie der letzte Dreck behandelt. Ohne „Bitte“ und „Danke“ wird alle Arbeit, die sie verrichten völlig ohne Anerkennung hingenommen. Es fällt mir schwer dieses einfach zu akzeptieren und werde immer völlig unverstanden von den Büroleitern angeguckt, wenn ich „Thank you“ sage oder einem Bediensteten auch mal die Tür aufhalte.
Allerdings haben diese Leute nun auch eine Beschäftigung gefunden: Mich anzustarren. Dieses fällt auch auf der Straße auf, da ich meine mitteleuropäische Herkunft wohl kaum verleugnen kann.
Hier noch mal ein Satz an alle Inder: DEAR INDIAN FELLOWS: I AM NOT FROM MARS OR OUTERSPACE IN GENERAL! Aber man muss einfach bedenken, dass die meisten der Menschen hier noch niemals in ihrem Leben einen hellhäutigen Europäer zu Gesicht bekommen haben.
Donnerstag, 6. September 2007
Dienstag, 4. September 2007
Die ersten Erlebnisse
Heute (04.09.07) war ich dann erstmal mit Arun zum Essen verabredet und wir haben typisch indisch im amerikanischen Ruby Tuesday diniert. Die Konversation geht mühelos auf Plattdeutsch von statten, nur ab und zu muss ich wegen des indischen Akzents noch mal um Wiederholung bitten. Arun ist studierter Mechatronik-Ingenieur und ist bisweilen recht schweigsam. Er ist Hindu und isst kein Fleisch, kann aber anscheinend ab und an dem Ruf des Zechens nicht widerstehen. Mal schauen, was der so am Glas kann. Die Gelegenheit wird sich sicherlich ergeben, wenn Prem auch dabei ist. Dieser ist Arun’s Chef und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens N.T.S.C. in dessen Büro ich meine eigenen Brötchen backen werde.
Darauf folgte dann noch eine kleine „Rund um den Pudding Tour“. Ich habe drei Malls und ca. 70 Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Die Preise sind moderat, aber nicht so günstig wie gedacht.
Auffallend sind leider auch die vielen Obdachlosen, die ihr Domizil direkt auf den
„Grünstreifen“ der Hauptverkehrsstraßen gefunden haben. Auch kleinere Wellblech-Slums konnte man schon auf dem Weg zwischen Hotel und Flughafen sehen. Irgendwie erschütternd, aber in Indien werde ich mich wohl an den Anblick solcher Bilder gewöhnen müssen.
Darauf folgte dann noch eine kleine „Rund um den Pudding Tour“. Ich habe drei Malls und ca. 70 Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Die Preise sind moderat, aber nicht so günstig wie gedacht.
Auffallend sind leider auch die vielen Obdachlosen, die ihr Domizil direkt auf den
„Grünstreifen“ der Hauptverkehrsstraßen gefunden haben. Auch kleinere Wellblech-Slums konnte man schon auf dem Weg zwischen Hotel und Flughafen sehen. Irgendwie erschütternd, aber in Indien werde ich mich wohl an den Anblick solcher Bilder gewöhnen müssen.
Die VORLÄUFIGE Unterkunft
Das Hotel ist westlicher, unterer Standard. Die Wände sind in einem Rosa gehalten. Schön, dass die direkt meine Lieblingsfarbe benutzt haben. Jeder BWL- oder Jurastudent könnte in dieser Atmosphäre auch noch das Letzte aus sich herausholen und wäre wegen seiner eigenen Kleidung auch noch fast unsichtbar.
Ein schlechtes Gewissen habe ich im Moment dem Pagen gegenüber, da dieser ca. ein Viertel meiner Statur ausmacht und alle meine Koffer bestehend aus Hauptkoffer (wie eingangs erwähnt ca. 26 kg (inkl. der erlaubten Toleranz); meiner Anzugtasche (ca. 13 kg) und meiner Laptop-Tasche (wohl auch so 7 kg) auf einmal in den dritten Stock gewuchtet hat. Ich habe ihm vorsorglich schon einmal ein wenig mehr Trinkgeld zukommen lassen, ich denke, dass ich somit die Wahrscheinlichkeit einer eventuellen Anklage wegen Körperverletzung schmälere.
Klimaanlage und Ventilator sind auch vorhanden, womit wir auch gleich beim nächsten Punkt wären. Es ist verdammt heiß und feucht hier. Das Thermometer sagt 30 – 35 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit treibt einem den Schweiß schon beim Einatmen auf die Stirn – genau mein Klima. Aber im Dezember soll es dann gemäßigt werden. Bis dahin werde ich wohl einen eigenen Atomreaktor für meine Klimaanlage gestellt bekommen, weil diese in Kombination mit dem Ventilator 24/7 laufen wird. Dafür verbrauche ich mit meinem Rechner bis dato noch nicht allzu viel Strom, da es in meinem Hotel anscheinend keine Internet-Verbindung geben wird. Also werde ich mich hier mal um einen kleinen Umzug bemühen.
Ein schlechtes Gewissen habe ich im Moment dem Pagen gegenüber, da dieser ca. ein Viertel meiner Statur ausmacht und alle meine Koffer bestehend aus Hauptkoffer (wie eingangs erwähnt ca. 26 kg (inkl. der erlaubten Toleranz); meiner Anzugtasche (ca. 13 kg) und meiner Laptop-Tasche (wohl auch so 7 kg) auf einmal in den dritten Stock gewuchtet hat. Ich habe ihm vorsorglich schon einmal ein wenig mehr Trinkgeld zukommen lassen, ich denke, dass ich somit die Wahrscheinlichkeit einer eventuellen Anklage wegen Körperverletzung schmälere.
Klimaanlage und Ventilator sind auch vorhanden, womit wir auch gleich beim nächsten Punkt wären. Es ist verdammt heiß und feucht hier. Das Thermometer sagt 30 – 35 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit treibt einem den Schweiß schon beim Einatmen auf die Stirn – genau mein Klima. Aber im Dezember soll es dann gemäßigt werden. Bis dahin werde ich wohl einen eigenen Atomreaktor für meine Klimaanlage gestellt bekommen, weil diese in Kombination mit dem Ventilator 24/7 laufen wird. Dafür verbrauche ich mit meinem Rechner bis dato noch nicht allzu viel Strom, da es in meinem Hotel anscheinend keine Internet-Verbindung geben wird. Also werde ich mich hier mal um einen kleinen Umzug bemühen.
Montag, 3. September 2007
Blow the Horn
Abgeholt wurde ich von Arun, der mit einem liebevoll gestalteten Schild mit meinem Namen direkt nach der Gepäckausgabe wartete. Wir begaben uns auf den Weg zum Taxi, das mir eines der ersten Erlebnisse auf meiner Delhi Odyssee bescheren sollte. Der Autoverkehr ist nämlich eine besondere Erfahrung und wenn der Versicherer meiner Firma dieses Bild gesehen hätte, würde man sicherlich noch einmal den Rundumschutz meiner Person, ob der Gefahr im Straßenverkehr, überdenken.
Erstens vereinen sich auf der Airport-Autobahn Auto, Rikscha, Kuh und Kleinkind zu einer nicht unbedingt homogenen Masse und zweitens gibt es weder Rückspiegel noch Blinker. Das heißt, dass in jedem Kopfe eines indischen Verkehrsteilnehmers ein Gedanke recht fest verankert ist: Nach mir die Sintflut. Alle Fahrzeuge über Schätzungsweise 3,5 Tonnen haben einen Aufkleber mit einer wahrlich ernst genommenen Botschaft auf der Heckstoßstange: „After 8 pm please blow the horn“. Alle hupen mit Verlaub gesagt wie die letzten Irren und es ergibt auf den ersten Blick nicht annähernd einen Sinn. Aber ich bleibe dran und werde das Rätsel vielleicht eines Tages lösen. Außerdem steht eines fest. In Delhi werde ich kein Kraftfahrzeug auf der rechten Seite vorne besteigen und die Zündung betätigen.
Erstens vereinen sich auf der Airport-Autobahn Auto, Rikscha, Kuh und Kleinkind zu einer nicht unbedingt homogenen Masse und zweitens gibt es weder Rückspiegel noch Blinker. Das heißt, dass in jedem Kopfe eines indischen Verkehrsteilnehmers ein Gedanke recht fest verankert ist: Nach mir die Sintflut. Alle Fahrzeuge über Schätzungsweise 3,5 Tonnen haben einen Aufkleber mit einer wahrlich ernst genommenen Botschaft auf der Heckstoßstange: „After 8 pm please blow the horn“. Alle hupen mit Verlaub gesagt wie die letzten Irren und es ergibt auf den ersten Blick nicht annähernd einen Sinn. Aber ich bleibe dran und werde das Rätsel vielleicht eines Tages lösen. Außerdem steht eines fest. In Delhi werde ich kein Kraftfahrzeug auf der rechten Seite vorne besteigen und die Zündung betätigen.
First Steps
Nun ist es endlich losgegangen und ich sitze in Helsinki am Flughafen und warte auf meine Weiterreise in Richtung Delhi.
Leichtere Probleme gab es in Hamburg am Flughafen das Reisegepäck betreffend, dass ganz nach Schönfelder’scher Art viel zu üppig ausgefallen war. Statt der erlaubten 23 kg sind es dann doch im Hauptkoffer 32 kg geworden und bei EUR 34,5 pro Kilogramm Übergewicht entschied ich mich dann doch recht schnell für eine Aus- und Umpackaktion. Leonie war vorsorglich mit einem Umpackrucksack ausgestattet und nahm einige vermeintlich unwichtige Utensilien mit zum Verbleib in Hamburg und der Rest wurde dann in meiner oft belächelten, ABER VÖLLIG SINNVOLLEN Anzugstransporttasche untergebracht, die nun auch stolze 13 kg auf die Waage bringt.
Jeder kann was. Was mich betrifft kann ich sehr gut sehr viel Einpacken.
Leichtere Probleme gab es in Hamburg am Flughafen das Reisegepäck betreffend, dass ganz nach Schönfelder’scher Art viel zu üppig ausgefallen war. Statt der erlaubten 23 kg sind es dann doch im Hauptkoffer 32 kg geworden und bei EUR 34,5 pro Kilogramm Übergewicht entschied ich mich dann doch recht schnell für eine Aus- und Umpackaktion. Leonie war vorsorglich mit einem Umpackrucksack ausgestattet und nahm einige vermeintlich unwichtige Utensilien mit zum Verbleib in Hamburg und der Rest wurde dann in meiner oft belächelten, ABER VÖLLIG SINNVOLLEN Anzugstransporttasche untergebracht, die nun auch stolze 13 kg auf die Waage bringt.
Jeder kann was. Was mich betrifft kann ich sehr gut sehr viel Einpacken.
Sonntag, 2. September 2007
Die Vorbereitung in Form von Packen
Mit Unterstützung der Freundin ist es mir gelungen alle eventuell notwendigen Dinge in meinem neu erstandenen High Tech Koffer unterzubringen.
Schmerzlich war es all meine geliebten Schuhe dem Dachboden zu überlassen respektive die zwei Paar auszuwählen, die mit mir die Reise antreten dürfen. Aber es ist vollbracht – das ich den Koffer nur schwerlich anheben kann bringt mich zurzeit noch nicht aus der Ruhe.
Schmerzlich war es all meine geliebten Schuhe dem Dachboden zu überlassen respektive die zwei Paar auszuwählen, die mit mir die Reise antreten dürfen. Aber es ist vollbracht – das ich den Koffer nur schwerlich anheben kann bringt mich zurzeit noch nicht aus der Ruhe.
Sonntag, 26. August 2007
Bald geht es los.
Nun ist es amtlich.
Meine Wenigkeit wird seine bisherige Heimat am 03.09.2007 in Richtung Delhi verlassen.
Aufgeregt bin ich noch nicht so richtig, aber das kommt wohl noch.
Auf jeden Fall wird es über diesen Blog möglich sein mein Leben ein wenig mitzuverfolgen.
Meine Wenigkeit wird seine bisherige Heimat am 03.09.2007 in Richtung Delhi verlassen.
Aufgeregt bin ich noch nicht so richtig, aber das kommt wohl noch.
Auf jeden Fall wird es über diesen Blog möglich sein mein Leben ein wenig mitzuverfolgen.
Abonnieren
Posts (Atom)